Warum wir Manufakturen brauchen

E.F. Schumacher formuliert in der "Die Rückkehr zum menschlichen Mass" vier Thesen als Aufgabe zur Lösung des Problems der unnützen, ja schädlichen Landflucht und Zentralisierung in immer grösser werdenden Städten in dem meisten Ländern der Erde :

  1. Es müssen Arbeitsplätze in den Gebieten geschaffen werden, wo die Menschen jetzt leben und nicht in erster Linie in den grossen Ballungsgebieten, wohin sie sonst umziehen oder pendeln müssen.
  2. Diese Arbeitsplätze müssen im Durchschnitt billig einzurichten sein, so dass eine grosse Anzahl davon zur Verfügung gestellt werden kann, ohne dass grosser Kapitaleinsatz notwendig ist.
  3. Die angewandten Produktionsverfahren müssen relativ einfach sein, so dass nur ein Mindestmass an Spezialisierung und Facharbeit erforderlich ist. Das gilt nicht nur für den eigentlichen Produktionsprozess, sondern auch für die Organisation, die Rohmaterialbeschaffung, die Finanzierung, den Vetrieb und so weiter.
  4. Es muss hauptsächlich aus einheimischen Materialien und hauptsächlich zum Verbrauch vor Ort prodziert werden.

Unter dem Blickwinkel der Problemstellungen, mit welchen wir heute global und unabhängig davon, welche Entwicklungsstufe das Land hat, in dem wir leben, konfrontiert sind, können wir diese Vorschläge nach über dreissig Jahren problemlos und eins zu eins als Programm übernehmen können.

  1. Eines der grossen Probleme der heutigen Industriegesellschaften sind die riesigen Verkehrsströme, welche Unmengen Energie und Platz verbrauchen, Ressourcen binden und Umweltprobleme verursachen. Lokale Produktion für den lokalen Verbrauch kann dies vermindern.
  2. Die zunehmende Automatisierung und technologische Hochrüstung verlangt eine immer grössere Spezialisierung von immer weniger menschlichen Arbeitskäften. Gigantische Investition sind notwendig, um Produktionsstätten einzurichten.
  3. Viele Güter des täglichen Lebens werden nur noch von immer grösser werdenden Konzernen hergestellt, die ungeachtet der lokalen Verhältnisse und Bedürfnisse Rohstoffe, Arbeitskraft und Wissen monopolisieren. Diese Konzerne entwickeln zudem ein Eigenleben, welches undurchschaubar, unkontrollierbar und menschlichen und gesellschaftlichen Interessen entgegengesetzt ist.
  4. In unserem täglichen Leben sind wir in grossem Mass abhängig von einer globalen Wirtschaft, welche auf nicht-erneuerbaren, knapper werdenden Ressourcen basiert und wenig widerstandsfähig gegen Krisen ist. Wir sind selber auch nicht mehr in der Lage, lokal für unsere existentiellen Bedürfnisse zu sorgen.
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