Hintergrund

The Cult of Done Manifesto

 The Cult of Done Manifesto

Noch ein Ziel ...

Not am employee

Vor langer Zeit brachten wir Dir all das Feuer.
Komm nicht auf den Gedanken, dass wir immer noch an diesen Felsen gekettet sind.
Aber jetzt sind wir überall. Und unabhängig.
Aber nicht allein.

Wir arbeiten nicht für Dich. Du arbeitest nicht für uns.
Wir ziehen es vor, zusammenzuarbeiten.

Wir kreieren und beraten und entwerfen und erfinden.
Inspierieren, bauen, lehren.
Reparieren, forschen, heilen.
Wir haben Handfertigkeit, Einsicht und Erfahrung.
Wir sehen. Wir machen. Mit Stil und Eleganz.
Wir bewegen uns vorwärts.

Wir sind verschiedenartig.
Wir sind Arbeit, aber wir sind auch Kapital.
Nicht der gleichen Schicht angehörend.
Wir sind das Netz, der Faden, der alles andere verbindet.

Wir sind entkommen.
Entkommen aus dem Büro, der Fabrik, den Vorschriften, der Tretmühle, den Geiern und diesem verdammten Felsen.
Und dazu kommt: wir arbeiten zusammen.
Unabhängig, aber niemals allein.

Not an employee.

[Update]

30.03.2009: CLAWS: Creating Livable Alternatives to Wage Slavery

Warum wir Manufakturen brauchen

E.F. Schumacher formuliert in der "Die Rückkehr zum menschlichen Mass" vier Thesen als Aufgabe zur Lösung des Problems der unnützen, ja schädlichen Landflucht und Zentralisierung in immer grösser werdenden Städten in dem meisten Ländern der Erde :

  1. Es müssen Arbeitsplätze in den Gebieten geschaffen werden, wo die Menschen jetzt leben und nicht in erster Linie in den grossen Ballungsgebieten, wohin sie sonst umziehen oder pendeln müssen.
  2. Diese Arbeitsplätze müssen im Durchschnitt billig einzurichten sein, so dass eine grosse Anzahl davon zur Verfügung gestellt werden kann, ohne dass grosser Kapitaleinsatz notwendig ist.
  3. Die angewandten Produktionsverfahren müssen relativ einfach sein, so dass nur ein Mindestmass an Spezialisierung und Facharbeit erforderlich ist. Das gilt nicht nur für den eigentlichen Produktionsprozess, sondern auch für die Organisation, die Rohmaterialbeschaffung, die Finanzierung, den Vetrieb und so weiter.
  4. Es muss hauptsächlich aus einheimischen Materialien und hauptsächlich zum Verbrauch vor Ort prodziert werden.

Unter dem Blickwinkel der Problemstellungen, mit welchen wir heute global und unabhängig davon, welche Entwicklungsstufe das Land hat, in dem wir leben, konfrontiert sind, können wir diese Vorschläge nach über dreissig Jahren problemlos und eins zu eins als Programm übernehmen können.

  1. Eines der grossen Probleme der heutigen Industriegesellschaften sind die riesigen Verkehrsströme, welche Unmengen Energie und Platz verbrauchen, Ressourcen binden und Umweltprobleme verursachen. Lokale Produktion für den lokalen Verbrauch kann dies vermindern.
  2. Die zunehmende Automatisierung und technologische Hochrüstung verlangt eine immer grössere Spezialisierung von immer weniger menschlichen Arbeitskäften. Gigantische Investition sind notwendig, um Produktionsstätten einzurichten.
  3. Viele Güter des täglichen Lebens werden nur noch von immer grösser werdenden Konzernen hergestellt, die ungeachtet der lokalen Verhältnisse und Bedürfnisse Rohstoffe, Arbeitskraft und Wissen monopolisieren. Diese Konzerne entwickeln zudem ein Eigenleben, welches undurchschaubar, unkontrollierbar und menschlichen und gesellschaftlichen Interessen entgegengesetzt ist.
  4. In unserem täglichen Leben sind wir in grossem Mass abhängig von einer globalen Wirtschaft, welche auf nicht-erneuerbaren, knapper werdenden Ressourcen basiert und wenig widerstandsfähig gegen Krisen ist. Wir sind selber auch nicht mehr in der Lage, lokal für unsere existentiellen Bedürfnisse zu sorgen.

Innovation in der Open Source Praxis

Gundolf S. Freyermuth bringt es in seinem Artikel Offene Geheimnisse - Die Ausbildung der Open-Source-Praxis im 20. Jahrhundert im Open Source Jahrbuch 2007 ab Seite 17 auf den Punkt: "Die Open-Source-Praxis wirkt als treibende Kraft beim Übergang von der industriellen zur digitalen Zivilisation."

Er diagnostiert sechs Innovationen in der Open Source Software Entwicklungs-Praxis, welche aus meiner Sicht auf die Praxis der quelloffenen Produktion von materiellen Gütern übertragen werden können:

  1. Der Wille der Nutzer oder Käufer, (wieder) Souveränität mit dem Umgang von Technologien zu erlangen, welche im industriellen Zeitalter beinahe ausschliesslich von Konzernen besetzt worden sind.
  2. Das Streben der Nutzer nach Kompatibilität und Standards. Ein bis heute wenig adressierter Punkt, aber wichtig, um Open Source Geräte basierend auf hochverfügbaren Standardkomponenten weltweit bauen zu können.
  3. Der Wunsch nach möglichst hierarchiefreier Kooperation, möglich gemacht durch die internet-basierten Kommunikationsmöglichkeiten.
  4. Geistiges Gemeineigentum.
  5. Das Streben nach Selbstorganisation.
  6. Die Verschränkung von Konkurrenz und Kollaboration im Interesse der Beschleunigung und Verbesserung kreativer Arbeits- und Entwicklungsprozesse.

Auf die einzelnen Punkte wird im Detail eingegangen. Das Open Source Jahrbuch ist kostenlos als herunterladbar.

Wie wollen wir leben?

LOHAS? LOVOS? Resiliente Gemeinschaft? Grün? Nachhaltig? Knauserig? Egal, wie man einen post-konsumistischen und -fossilen Lebensstil etikettiert, es gibt einen gemeinsamen Nenner, auf den wir uns einigen können. Die grobe Richtung wird nebst der Einsicht, dass wir uns mit den gegenwärtigen Gepflogenheiten von Wirtschaft und Gesellschaft in einer Sackgasse befinden, auch durch die "normative Kraft des Faktischen" vorgegeben werden (wie Sisyphos hier anmerkt). Was nichts anderes bedeutet, dass uns die Umstände Verhaltens-Änderungen aufzwingen werden.

Welches sind diese Einsichten, die uns ob der Zustände in der Welt langsam dämmern?

  1. Wir leben auf einem endlichen Planeten. Weder Rohstoffe noch Energie sind unbegrenzt (zumindest so dass wir sie nutzen können) unbegrenzt verfügbar. Wir werden lernen, sorgsam mit unseren Anteil daran (wie sich dieser auch immer misst) umzugehen.
  2. Das Ende des Zeitalters der Energiesklaven ist erahnbar. Das Fördermaximum der fossilen Brennstoffen ist mit einer Unschärfe von plusminus 10 Jahren erreicht. In absehbarer Zeit wird Erdöl sowohl als Energieträger wie auch als Ausgangsstoff für viele Erzeugnisse knapper und damit teurer werden. Jetzt ist der Zeitpunkt, um Alternativen zu entwicklen und uns von der Abhängigkeit des schwarzen Goldes zu lösen.
  3. Wie hoch der Anteil am steigenden CO2-Gehalt in der Atmosphäre durch menschliche Aktivitäten auch immer sein mag, Fakt bleibt, das sich erstens das Klima ändert (was es immer getan hat), was unausweichlich Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft haben wird. Und zweitens setzt das Verbrennen von fossilen Rohstoffen flüchtige Stoffe frei, welche vorher gebunden waren. Was ebenso klar die Zusammensetzungen unserer Atmosphäre verändert und aus dem (vermeintlichen) Gleichgewicht bringt. Je geringer wir den Ausstoss halten, desto kleiner ist das Risiko, dass diese Änderungen so schnell passieren, dass uns eines Tages plötzlich "der Himmel auf den Kopf fällt" (um die Bewohner eines kleinen, unbeugsamen Dorfes in Nordfrankreich zu zitieren).
  4. Erneuerbare Energiequellen werden die wegfallenden fossilen nicht ersetzen können. Kernkraft kann die Lücke höchstens kurzfristig füllen, weil auch das Uran knapp wird und uns beim heutigen Verbrauch nur eine Generation später als das Erdöl ausgehen wird. Nebst der nicht akzeptierbaren Schweinerei, die wir mit dem Abfall anrichten. Der Weg in die Zukunft ist die Deckung unseres Energiebedarfes aus erneuerbaren Quellen. Aber auf einem massiv tieferen Niveau als heute.

Die auf uns zukommenden Umwälzungen können wir kreativ-aktiv angehen oder reaktiv-ängstlich. Je nach Ansatz werden wir als Gesellschaft widerstandsfähiger (resilient) oder wir reizen das Blatt aus, bis das Kartenhaus zusammenfällt. Was keinen Spass machen wird. Im Gegensatz zur ersten Option.

Diese Plattform möchte genau einen Beitrag zum ersten Ansatz leisten. Es geht darum, Inventur zu machen, zu sehen, was die Möglichkeiten sind und diese dann anzupacken. Ich bin überzeugt, dass uns die auf uns zukommenden Herausforderungen beflügeln werden. Wir werden neue Formen der Zusammenarbeit finden, neue Formen des Wirtschaftens, neue Formen der Nutzung dessen, was uns die Erde als Lebensgrundlage immer wieder (und noch) anbietet. Auf eine Weise, die den menschlichen Impakt verträglich für das Ökosystem des Planeten macht.

Nicht nur, damit wir uns den Ast nicht absägen, auf welchem wir sitzen, sondern auch, um den einzigen zu erhalten, welchen wir haben.

[Nachtrag] Passend zum Thema: die Transition-Unabhängigkeitserklärung.

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