Open Source
Gemeingüter als kleinster gemeinsamer Nenner
Verfasst von Reto Stauss am 21. Dezember 2009 - 23:15benni bärmann hat auf keimform.de einen interessanten Ansatz vorgeschlagen: Gemeingüter - oder historische Allmende - resp. neudeutsch Commons als Basis für die vielen Initativen und Bewegungen, welche auf den unterschiedlichsten Weltbildern beruhen.
![]() |
| Quelle: benni, keimform.de |
Es gibt ja viele alternative Modelle zu den heutigen Gepflogenheiten in Gesellschaft und Wirtschaft, welche wir heute kritisch betrachten und als Ursache für unsere wachsenden Probleme anschauen. Keines dieser Modelle hat aber die Unterstützung, welche es braucht, um breiteren Einfluss zu bekommen (was aus meiner Sicht auch besser ist: lieber vielfältig, kleinräumig und dezentral). Und es scheint auch keine gemeinsame Grundlage zu geben, um durch Zusammenarbeit oder Allianzen kritsche Grösse zu erreichen.
Vielleicht gibt es aber doch einen Nenner, auf welche siche vielen dieser neuen Modelle einigen könnten, ohne die eigene Grundhaltung aufgeben zu müssen: die Commons. Also das, von dem hier auch schon als Open Source die Rede war (wobei der Begriff für mich schwer zu definieren ist und auch vom Kontext abhängt - [Update] Gerade gefunden: Gemeingüter, Gemeineigentum, Gemeinressourcen? Begriffliche Entwirrung).
Empfehlenswert ist der Artikel "Commons als strategische Perspektive für soziale Bewegungen" wie auch die anderen Texte zum Thema. Und natürlich darf auch der Hinweis auf den CommonsBlog von Silke Helfrich nicht fehlen.
Die Frage ist: lässt sich der Ansatz auch in die Wirtschaft übertragen? Wohl nur, wenn man diese komplett umkrempelt (Stichwort: bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft, Peer-Produktion). Im Moment kann dies nur funktionieren, indem hybride Konstruktionen geschaffen werden, welche es ermöglichen, dass die nicht-monetäre Logik von freiwilligen Beiträgen zu einem frei verfügbaren Allgemeingut Lebensgrundlage schafft. Auch im heute vorherrschenden Wirtschaftssystem, welches mehrheitlich auf Gewinnmaximierung und Ausbeutung basiert. Wie so eine Form aussehen könnte, versucht der Hybride Konzern zu beantworten.
Und dass die Commons essentielle Basis für einen neues gesellschaftliches Modell sind, davon ist auch PM. überzeugt.
- Reto Stauss's blog
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
- 1 trackback
Open Source Technology Camp
Verfasst von Reto Stauss am 6. April 2009 - 22:20So far, the number of people and groups interested and engaged in open source technology or in open source goods is still manageable. But, they do exist and the community is growing. Also in german speaking regions.
That‘s why we - Michael Klotsche (blogging on Nuevalandia) and me - want to find out if there is any need for an offline platform to network and exchange and if yes, how important it is. We thought about organizing a camp, this or next year, located somewhere between Dresden, Germany, and Switzerland.[weiterlesen]
- Reto Stauss's blog
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Deutsch
Open Source Technology Camp
Verfasst von Reto Stauss am 1. April 2009 - 6:50Noch ist die "Szene", d.h. die Anzahl der Menschen und Gruppen, welche sich mit Open Source Technologien oder allgemein quelloffen entwickelten Gütern beschäftigen, überschaubar. Aber: es gibt sie und das Interesse nimmt zu. Auch im deutschsprachigen Raum.
Aus diesem Grund möchten wir - das ist Michael Klotsche (Nuevalandia) und ich - mal ein bisschen auf den Busch klopfen, um festzustellen, wie gross das Bedürfnis ist, eine gemeinsame Plattform zur Vernetzung und des Austausches zu haben. Wir haben an die Form eines Camps gedacht, welches vielleicht noch dieses oder auch erst nächstes Jahr irgendwo zwischen Dresden und der Schweiz stattfinden könnte. [weiterlesen]
The Promise of Open Source Technology
Verfasst von Reto Stauss am 30. März 2009 - 22:09By open-sourcing items of technological significance, we aim to empower and deploy any individual - who does not have to have a technical background - to become a stewart of technology, capable of its production. If OS documentation is available, parts lists accessible, and design drawings clear, then an interested individual, by studying this information - can turn it into a business or neosubsistence opportunity.
Quelle/Source: WorkNets
- Reto Stauss's blog
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Einstieg ins Open Source Produzentenleben
Verfasst von Reto Stauss am 16. März 2009 - 21:24Nehmen wir an, die Sache überzeugt uns. Wo fangen wir an? Mit wenig bis keinem Startkapital, ein paar Produktionsmitteln und einigen Ausgangsmaterialien?
Ansatz 1: Wir produzieren für den Eigenbedarf. Dies minimiert die Kosten, auch Transaktionskosten.
- Wir finden ein Bedürfnis.
- Wir suchen eine Lösung. Entweder finden wir ein existierendes Design, das wir im gegebenen Rahmen nachbauen können. Oder wir entwicklen selber eines.
- Wir dokumentieren das Produktedesign (sofern nicht schon vorahnden) und den Herstellunsgprozess. Für uns selber und für die Allgemeinheit. Falls möglich, können wir das beides offenlegen.
- Anwenden.
- Ist Verbesserungspotential erkennbar, steigen wir wieder bei 2 ein.
Ansatz 2: Selbstfinanzierung, wie sie Michael Klotsche hier und hier beschreibt.
Damit können wir auf dem direktesten Weg zu unserem Lebensunterhalt beitragen. Mit dem Ansatz 1 sogar, ohne dass Geld geflossen ist. Dazu haben wir ins Allgemeinwissen investiert, was sich früher oder später auszahlen wird (wenn auch nicht unbedingt geldmässig). Stichwort: SROI.
Lässt sich daraus mehr machen?
- Reto Stauss's blog
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Open Source als Chance in der Krise - eine Vision
Verfasst von Reto Stauss am 16. Februar 2009 - 13:09Thomas Diener, einer der Köpfe der Projektonauten, beschreibt in seinem Artikel "Die Zeit der schwarzen Schwäne" (PDF), warum ihn die aktuelle Krise zuversichtlich stimmt:
Permakultur, Komplementärwährungen, Open-Source, Cohousing, Solidarwirtschaftsprojekte, Carsharing, New-Work und viele weitere alternative Ansätze kommen heute als Kandidaten für ungewöhnliche Hochzeiten und Familiengründungen in Frage. Bis es soweit ist, können wir über die neue Form nur spekulieren. Ist sie erst einem etabliert, wundern wir uns, warum wir das Muster nicht schon früher erkannt haben und sind überzeugt von der Folgerichtigkeit , ja sogar Unausweichlichkeit des Neuen.
Und er erfindet eine Geschichte - etwas, das ich begonnen habe, aber noch mehr tun möchte -, welche eine mögliche Zukunft beschreibt (welche natürlich hervorragend hierher passt):
Nach dem Konkurs des zweitgrössten Mobiltelefon-Herstellers wurden hunderte von IngenieurInnen arbeitslos. Einige beschlossen die Zeit ihrer Erwerbslosigkeit sinnvoll zu nutzen. Sie entwickelten das erste wirklich funktionierende Peer-to-Peer Handy. Modular und einfach aufgebaut, formschön und stabil war dieses Gerät mit einer Technologie ausgerüstet, die es ermöglicht, Gespräche statt über einen Mobilnetz-Betreiber, über eine Kette von weiteren Handys bis zum Empfänger zu leiten.
Dadurch wurde es möglich, zuerst in Städten mit einer gewissen Dichte an Mobiltelefonen, später aber auch in Dörfern und schliesslich rund um die Welt kostenlos zu telefonieren. Die Patente der Geräte wurde unter General Public License gestellt. Also für alle frei verfügbar gemacht. Das führte dazu, dass an vielen Orten, in kleinen Werkstätten diese Handys nachgebaut werden konnten. Nur die Chips stammten weiterhin aus einer grossen Fabrik.
Der Erfolg des Projektes wirkte wie eine Initialzündung und plötzlich entstanden überall Initiativen, die sinnvolle, haltbare, formvollendete und umweltfreundliche Produkte entwickelten und freigaben. Später wurde das Ende des „Konzernzeitalters“ mit dem Erscheinungsdatum des ersten Peer-to-Peer Handys gleichgesetzt.
Visionen sind, wie auch schon erwähnt, aus meiner Sicht zentral, wenn man etwas zielgerichtet verändern möchte.
- Reto Stauss's blog
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


